Was wir auf Cisco Live 2026 in Amsterdam gelernt haben – und warum es für Kunden wichtig ist

17/02/2026
Sonja Berghman
Sonja Berghman, Group Proposition Manager Enterprise Networks | Reza Shah, Field CISO

Wir sind von Cisco Live 2026 mit einem leicht anderen Gefühl zurückgekommen als in den Vorjahren. Nicht genau Aufregung, sondern eher Bestätigung. Viele der Themen, mit denen Kunden schon seit einiger Zeit still kämpfen, wurden nun offen auf der Bühne und in Breakout-Räumen angesprochen. Besonders Security und KI wurden nicht mehr als separate Themen behandelt, sondern als ein zusammenhängender Problembereich.

Warum diese Veranstaltung wichtig war

Fast alles auf der Veranstaltung drehte sich um zwei Ideen: Sicherheit und KI. Nicht separat, nicht abwechselnd, sondern überlappend auf eine Art, die bewusst wirkte. Die Aufmerksamkeit, die diesen Themen gewidmet wurde, zeigt deutlich, wohin Cisco seine Engineering-Ressourcen und Roadmap-Energie lenkt – und damit auch, wohin sich große Unternehmensumgebungen in den nächsten Jahren entwickeln werden.

Auffallend war, dass KI nicht mehr als experimentell dargestellt wurde. Sie wurde als selbstverständlich betrachtet. Netzwerke sollen KI-Workloads tragen, Operationsteams auf KI-generierte Erkenntnisse zurückgreifen und Security-Teams Systeme schützen, die schneller arbeiten und unvorhersehbarer reagieren als zuvor. Die Sprache war nicht mehr „Eines Tages könnte das passieren“, sondern „Es passiert bereits – so gehen wir damit um“.

Für Kunden verändert dies den Gesprächston. Es ging nicht um utopische Ideen oder ferne Horizonte, sondern um das, was jetzt Aufmerksamkeit benötigt – in Netzwerken, Betrieb, Sicherheit und Skills –, um in den nächsten drei bis fünf Jahren wettbewerbsfähig zu bleiben, vielleicht sogar früher.

Was besonders auffiel

Einige Themen tauchten immer wieder auf, manchmal in formellen Sessions, manchmal in ruhigeren Gesprächen an den Demo-Stationen. KI-unterstützte Operations wurden mehrfach erwähnt, wobei Automatisierung weniger als Bonus und mehr als Notwendigkeit dargestellt wurde. Dieser Wandel wirkte ehrlich, wenn auch leicht unbequem.

Es gab einen klaren Fokus darauf, diese Ideen über die traditionelle IT hinaus auszudehnen. Industrie- und OT-Umgebungen wurden in die Diskussion einbezogen, wobei engere Verbindungen zwischen Splunk, Catalyst Center und Cyber Vision als Beispiele dienten, wie IT- und OT-Management zusammengeführt werden. Es wirkte nicht theoretisch, sondern als Reaktion auf Kunden, die versuchen, diese Bereiche getrennt zu managen – und dabei manchmal scheitern.

Das AI POD-Konzept tauchte ebenfalls häufig auf, nicht als Marketing-Gag, sondern als praktischer Baustein für KI-fähige Infrastruktur, der NVIDIA-GPUs mit Cisco-Nexus-Switching kombiniert. Sicherer Zugriff auf KI-Dienste, stärkere Identitätsschutzmaßnahmen für Personen und Service-Konten sowie interne Malware-Analyse-Dienste waren wiederkehrende Themen.

Was ich besonders schätzte, und das passiert nicht immer auf großen Events, war die Bereitschaft, Reibungspunkte anzusprechen: Skills-Gaps, Legacy-Systeme, Governance-Bedenken und operationelle Risiken. Diese Punkte wurden anerkannt als Gründe, warum viele Kunden langsamer vorankommen, als Anbieter es wünschen würden. Diese Offenheit machte die Gespräche wertvoller.

Worauf Cisco den Fokus legt

Vieles in Ciscos Messaging zielte darauf ab, die zugrunde liegende Infrastruktur für KI-getriebene Organisationen bereitzustellen. Das bedeutet KI-fähige Netzwerke und Chips, skalierbare Rechenzentrum-Designs und Hardware, die auf Energieverbrauch und Kühlung achtet – nicht nur auf rohe Leistung. Unified-Fabric-Management und Sicherheitsarchitekturen wurden als Notwendigkeiten dargestellt, nicht als optionale Extras.

Secure Access wurde stark als Kontrollpunkt für den KI-Einsatz innerhalb von Organisationen hervorgehoben, einschließlich Desktop-KI-Tools, SaaS-KI-Diensten und API-gesteuerten Integrationen. Der Fokus lag darauf, zu wissen, was genutzt wird, Richtlinien konsistent anzuwenden und verschlüsselten Datenverkehr zu inspizieren, um Bedrohungen zu erkennen. Datenschutzmaßnahmen wurden praxisnah behandelt und direkt an Internet- und interne Zugriffspolicies gekoppelt.

Identität trat als zentrales Thema hervor. Nicht nur Multi-Faktor-Authentifizierung für Nutzer, sondern auch korrekter Schutz für Administratoren und Service-Konten. Nicht-menschliche Identitäten werden nun als mächtig und gleichzeitig risikobehaftet anerkannt, nicht mehr als nachträglicher Gedanke.

Ein weiteres Thema war Malware-Analyse als intern verwalteter Service. Teams können verdächtige Dateien analysieren, ohne sensible Daten an öffentliche Plattformen zu senden. Dies unterstützt Helpdesks, reduziert Unsicherheit bei auffälligen Dateien und erfüllt Datenschutz- sowie regulatorische Anforderungen.

All dies basiert auf Ciscos AI Foundation. KI soll Security, Collaboration, Netzwerkbetrieb und Automatisierung über APIs hinweg unterstützen, anstatt hinter einer einzigen Oberfläche zu verstecken. Diese Architektur ist sinnvoll, erfordert jedoch sorgfältige Integration und Kontrolle seitens der Kunden.

Was ist real und was befindet sich noch im Aufbau?

Einige Funktionen sind bereits einsetzbar. KI-Assistenten in Webex, Sicherheits- und Netzwerkplattformen liefern Zusammenfassungen und verständliche Problemlösungen. Secure Access mit KI-Discovery ist aktiv. Duo deckt Administratoren und Service-Konten umfassender ab. Malware-Sandboxing-Plattformen sind etabliert. Webex-Integrationen mit Ticketing- und CRM-Systemen sind praktisch, nicht experimentell. Meraki-APIs werden für den täglichen Automatisierungsbedarf genutzt.

Andere Bereiche befinden sich noch in der Entwicklung. Vollständig autonome Netzwerkoperationen werden selbstbewusst diskutiert, sind aber kein einfacher Schalter. Breite Orchestrierung über alle Tools bleibt uneinheitlich. Tief individualisierte Assistenten, die ganze Workflows ersetzen, existieren eher als Zielvorstellung denn als Standardpraxis. Integration verbessert sich, aber eine einzige, perfekt einheitliche Sicht auf alles bleibt vorerst unvollständig.

Das ist keine Kritik. Die meisten Organisationen werden diese Fähigkeiten schrittweise einführen – und vermutlich auch so sollten sie es tun.

Praktische Implikationen für Kunden

Entfernt man Bühne und Keynote-Sprache, hinterlässt Cisco Live bei Kunden praktische Fragen: Wissen wir tatsächlich, welche KI-Dienste genutzt werden und von wem? Sind Service-Konten genauso geschützt wie Nutzerkonten? Können Mitarbeiter verdächtige Dateien melden, ohne Compliance-Probleme auszulösen? Sind Collaboration-Tools in Geschäftssysteme integriert, sodass eine Überprüfung und Auditierung möglich ist? Governieren wir den KI-Einsatz bewusst, anstatt erst zu reagieren, wenn etwas schiefgeht?

Diese Fragen betreffen nicht die ferne Zukunft. Sie sind aktuelle operative Themen, denen viele Teams bereits begegnen, auch wenn sie sie nicht als „KI-Probleme“ bezeichnen.

Wo Damovo helfen kann

Damovo hilft dabei, diese breiten Themen in praxisnahe Lösungen zu überführen. Das beginnt oft mit der Gestaltung und Implementierung von Cisco-Architekturen, die in realen Umgebungen funktionieren, von Campus-Netzwerken bis zu Rechenzentren, die KI-Workloads tragen können, ohne zu überlasten.

Ein starker Fokus liegt darauf, Betrieb und Sicherheit näher zusammenzubringen, sodass Automatisierung, Sichtbarkeit und Schutz Teil der täglichen Arbeit sind. Managed und Professional Services unterstützen Teams dabei, sicherer und risikoärmer zu arbeiten.

KI-Risikobewertungen nach dem NIST AI Risk Management Framework helfen Organisationen, ihre Risiken über Menschen, Prozesse und Technologie hinweg zu erkennen. Daraus ergeben sich Maßnahmen zur Schließung von Sicherheitslücken, zum Datenschutz, zur Modell-Governance und zu operationellen Kontrollen, die regulatorische Anforderungen direkt berücksichtigen.

Praktisch bedeutet das auch, sichere Zugriffs- und KI-Transparenzansätze zu gestalten, Identitätsumgebungen für Nutzer und Service-Konten zu stärken, konforme Malware-Analyse-Services aufzubauen und Collaboration-Plattformen mit Ticketing-, CRM- und Wissenssystemen auf prüfbare Weise zu verknüpfen.

Das Ziel ist nicht Technologie um ihrer selbst willen, sondern Systeme, die nutzbar, kontrollierbar und sicher sind.

Fazit

Cisco Live 2026 machte eines deutlich: Sicherheit, KI, Identität und Automatisierung verschmelzen zu einer einheitlichen Betriebsweise. Organisationen, die KI nur als Werkzeug betrachten, könnten unvorbereitet sein. Wer sie in sicheren Zugriff, Identitätskontrollen und operative Workflows integriert, mit klarer Aufsicht, wird besser positioniert sein.

Die Technologie ist bereits da. Entscheidend ist nicht, wie schnell alles implementiert wird, sondern wie sorgfältig die Grundlagen gewählt werden und wie gut die Sicherheit mit KI-fähigen Netzwerken Schritt hält. Für Kunden und Interessenten ist jetzt der richtige Zeitpunkt, innezuhalten, Bestandsaufnahme zu machen und mit Partnern zusammenzuarbeiten, die Absicht in belastbare Ergebnisse überführen können.