Ach, Dezember, eine Mischung aus Feiern, Geschenkesuche und der jährlichen Bitte, unsere mutigsten Vorhersagen für die kommenden zwölf Monate abzugeben. Bei Damovo ist es eine Gelegenheit, auf das vergangene Jahr zurückzublicken, Realität und Hype voneinander zu trennen und herauszufinden, worauf sich unsere Kunden im Jahr 2026 einstellen können.
Wie lassen wir also ein Jahr wie 2025 Revue passieren? Die technologische Entwicklung in der Unternehmenskommunikation war beeindruckend. Monat für Monat gab es neue Ankündigungen der großen Anbieter im Bereich Unified Communications, und KI spielte dabei stets eine zentrale Rolle.
Es lohnt sich deshalb, zunächst auf das zu schauen, was die Marktgrößen für 2025 vorhatten und wie erfolgreich sie damit waren.
Was Anbieter und Analysten für 2025 vorhersagten
| Der Hype | Die Realität |
| Vollständige Cloud-UCaaS/CCaaS | Cloud-first ist verbreitet, Cloud-only jedoch nicht. Hybride Modelle dominieren weiterhin. |
| Vollständige Zusammenführung von UC und CC auf einer einzigen Anbieter-Plattform | Die Integration bleibt fragmentiert. Kunden fordern Interoperabilität mit anderen Systemen. |
| KI ist überall | Es gibt echte Fortschritte, doch die Einführung erfolgt langsam und vorsichtig. |
| Agentic AI übernimmt große Teile der Arbeit | Bedenken hinsichtlich Sicherheit, Vertrauen und ROI verzögern Beschaffung und Rollouts. |
| Mobile-first in der Unternehmenskommunikation | Die Beliebtheit von UCaaS, die Netzwerkqualität und Lücken bei den Use Cases bremsen die Einführung von Fixed Mobile Convergence (FMC). |
Was erwartet uns also im Jahr 2026?
Bevor wir fundierte Prognosen für 2026 formulieren, lohnt sich ein Blick auf die zunehmende Standardisierung im Bereich Unified Communications. Was passiert, wenn alle Anbieter im Grunde dasselbe anbieten?
Man kann durchaus sagen, dass das Rennen um neue Funktionen weitgehend beendet ist. Die meisten Anbieter liefern ähnliche Tools zu ähnlichen Preisen. Selbst GenAI-Funktionen wie Meetingzusammenfassungen oder Messaging-Assistenten gehören mittlerweile zum Standard.
Wenn sich die UC-Anbieter also nicht mehr durch Standardfunktionen, entsteht der eigentliche Mehrwert heute an anderer Stelle. Entscheidend ist, wie diese Funktionen gebündelt, bereitgestellt, unterstützt und gesteuert werden.
Für CIOs und CTOs verschiebt sich die Diskussion dadurch deutlich. Die Frage lautet 2026 weniger „Verfügt die Plattform Funktion X?“ und vielmehr „Kann dieses Ökosystem echten geschäftlichen Mehrwert liefern, sicher und in großem Umfang?“. Unter diesem Blickwinkel sind auch die folgenden Prognosen zu verstehen.
Prognosen für Unified Communications im Jahr 2026
1. Hybride Cloud-Umgebungen bleiben der Standard
Ein Einstieg, der wenig überraschen dürfte. Trotz jahrelanger Cloud-Euphorie werden die meisten großen Unternehmen auch 2026 weiterhin hybride UC und Contact-Center-Umgebungen betreiben. Vorgaben zur Datensouveränität, branchenspezifische Compliance-Anforderungen und bestehende Investitionen in klassische PBX- und Contact-Center-Plattformen bremsen den vollständigen Umstieg auf reine Cloud-Modelle.
Gleichzeitig entsteht eine kleine, aber wachsende Bewegung hin zu privaten UC-Clouds und On-Prem Umgebungen. Einige Unternehmen möchten damit Risiken im Umgang mit KI begrenzen und wieder mehr Kontrolle über ihre Architektur gewinnen.
Strategische Realität: UCaaS und CCaaS werden weiter wachsen, aber die Koexistenz mit Legacy-Systemen wird noch mindestens drei Jahre lang bestehen bleiben.
2. Interoperabilität wird zum wichtigsten Kaufkriterium
Nur noch wenige Unternehmen setzen auf die Idee einer einzigen Plattform für alle Kommunikations- und Serviceprozesse. In der Praxis betreiben viele vier oder mehr Systeme gleichzeitig, etwa für Collaboration, Customer Experience, CRM und Produktivitätsanwendungen. Im Jahr 2026 werden daher vor allem Lösungen gefragt sein, die folgende Anforderungen erfüllen:
- Sie lassen sich ohne großen Aufwand mit Microsoft Teams, Salesforce, ServiceNow und anderen zentralen Tools verbinden.
- Sie unterstützen offene APIs, ermöglichen No Code Workflows und verhindern eine zu starke Bindung an einen einzelnen Anbieter.
- Sie stellen sicher, dass sowohl interne Kommunikation als auch die Interaktion mit Kunden möglichst reibungslos funktionieren, unabhängig davon, welche Technik im Hintergrund genutzt wird.
Cisco und Zoom zeigen gut, wohin sich der Markt entwickelt. Beide bieten überzeugende Plattformen, setzen aber gleichzeitig konsequent auf Zusammenarbeit mit anderen Anbietern. Sie integrieren sich mit Microsoft, mit klassischen UC-Systemen, mit CRM-Lösungen und vielen weiteren Anwendungen. Dadurch können unterschiedliche Systeme miteinander kommunizieren und die Benutzer- und Kundenerfahrung wird verbessert.
Strategische Realität: Bei Beschaffungsentscheidungen wird Interoperabilität Vorrang vor den neuesten Innovationen haben.
3. KI-Governance und Datensouveränität werden genauso wichtig wie der Ausbau von KI
Generative KI ist längst fester Bestandteil der Unternehmenskommunikation, von Meetingzusammenfassungen bis hin zur Echtzeit-Agentenunterstützung. Die Diskussion im Jahr 2026 dreht sich nicht mehr um die Frage „Können wir GenAI einschalten?“, sondern um „Wo sollten wir sie einsetzen, unter welchen Rahmenbedingungen und wie werden meine Daten gespeichert?“.
Unternehmen, insbesondere in regulierten europäischen Märkten, verlangen klare menschliche Kontrollmechanismen, nachvollziehbare Prüfpfade für KI-Entscheidungen und eine Datenhaltung, die Vorgaben wie GDPR und DORA entspricht.
Agentic AI gilt als nächste Entwicklungsstufe. Autonome Agenten übernehmen wiederkehrende Tätigkeiten und können sogar miteinander interagieren, um Arbeitsabläufe zu beschleunigen. Für die meisten Unternehmen wird dieser Schritt jedoch nicht mit neuen Funktionen beginnen, sondern mit der Frage, wie sicher, regelkonform und vertrauenswürdig solche Agenten betrieben werden können.
4. KI hebt den strategischen Wert der Sprachkommunikation wieder deutlich an
Statt Sprache zu ersetzen, macht KI sie im Jahr 2026 wieder unverzichtbar.
Mit Echtzeitübersetzung, Stimmungsanalyse und Absichtserkennung verwandelt KI Gespräche in strukturierte Daten. Diese können direkt in CRM-Systeme, Wissensdatenbanken, CX-Analysen und Compliance-Prozesse einfließen und geben Unternehmen neue Einblicke in ihre Kommunikation.
Sprachkommunikation wird für Unternehmen künftig wichtiger:
- als bevorzugter Kanal für anspruchsvolle, emotionale oder komplexe Interaktionen
- als Grundlage, um KI-Modelle mit authentischer Sprache und realem Kontext zu trainieren
- als Auslöser für Automatisierungsprozesse, wenn bestimmte Schlüsselwörter oder emotionale Signale erkannt werden.
Strategische Auswirkungen: Voice entwickelt sich vom klassischen Supportkanal zu einer strategischen Signalquelle im Unternehmen, angetrieben durch KI.
Abschließender Blick: Strategische UC erfordert strategisches Denken
Wenn 2025 das Jahr der Stabilisierung im UC-Umfeld war, wird 2026 zum Jahr der strategischen Neuausrichtung.
- Standardisierung rückt den Fokus stärker darauf, welchen konkreten Mehrwert Lösungen tatsächlich liefern.
- Interoperabilität zwischen Plattformen wird entscheidend für Kaufentscheidungen.
- Datensouveränität bestimmt, wem Unternehmen ihre Kommunikation anvertrauen.
- Agentic AI wird die Grenzen zwischen Mensch und Systemen neu ziehen, aber nur, wenn sie sicher und vertrauenswürdig ist.
Bei Damovo unterstützen wir Führungskräfte und IT-Verantwortliche dabei, UC-Entscheidungen nicht auf der Grundlage der neuesten Technologie, sondern auf der Grundlage strategischer Weitsicht, operativer Bereitschaft und Geschäftsfitness zu treffen.
Lassen Sie uns jetzt die Gespräche führen, die Ihr Jahr 2026 prägen werden.