Einer der vorherrschenden Trends im Bereich Unified Communications (UC) im Jahr 2024 ist der Wandel hin zu Hybrid-UC als bevorzugtes Infrastrukturmodell für die Unternehmenskommunikation.
In einem früheren Blog, Mehr als nur Remote Work: Vorteile und Herausforderungen von Hybrid-UC, sprechen wir über die Grundlagen von hybriden UC-Modellen sowie die Vorteile und potenziellen Herausforderungen.
2024 haben wir in Zusammenarbeit mit unseren UC- und UCaaS-Partnern, Analysten und Kunden eine Marktforschungsumfrage durchgeführt. 120 Entscheidungsträger aus ganz Europa haben daran teilgenommen.
Ziel war es, die wirklichen Bedenken aufzudecken und die wichtigsten Trends zu identifizieren, welche die Entscheidungsfindung der Führungskräfte heute beeinflussen.
Das Ergebnis: Sowohl öffentliche als auch private Unternehmen in verschiedenen Branchen nutzen einen hybriden Ansatz.
Was ist die Ursache für dieses veränderte Verhalten der IT-Führungskräfte?
1. Zunahme von Remote- und Hybrid-Arbeit
Die Weiterentwicklung von Arbeitsmodellen ist ist ein wichtiger Treiber für die Einführung hybrider Cloud-Kommunikation. Mitarbeitende erwarten flexible Arbeitsweisen. Unternehmen müssen eine vielfältige Mischung aus Vor-Ort-, Remote- und Hybrid-Arbeit unterstützen, um eine konsistente Kundenerfahrung (CX) unabhängig vom Standort zu gewährleisten.
Dies wird durch unsere Umfrage bestätigt, bei der über 73 % der Befragten eine Mischung aus Vor-Ort- und Remote-Arbeit nutzen.

Hybrides Arbeiten ist sogar zu einem Unterscheidungsmerkmal für Unternehmen geworden, um Talente zu halten. Eine Umfrage - 2024 Cpl Salary Guide for Ireland - zeigt, dass bis zu 60 % der Menschen eine neue Stelle ablehnen würden, wenn diese keine Möglichkeiten für hybrides Arbeiten bietet.
Für die Verantwortlichen in den Unternehmen besteht die Herausforderung darin, erstklassige Cloud-Funktionen für ihre Remote- und Hybrid-Teams bereitzustellen.
2. Wirtschaftliche Notwendigkeiten
Viele Verantwortliche setzen heute gezielt Prioritäten bei der Bewertung ihrer aktuellen UC-Umgebungen. Grund dafür ist, dass sie zuvor zu schnell auf den dringenden Bedarf zur Unterstützung von Remote-Arbeit reagiert haben.
In unserer Umfrage antworteten 40 % der Befragten:"Mein Unternehmen hat sich beeilt, neue Tools zu implementieren, um sich an die zunehmende Remote-Arbeit anzupassen".
Viele IT-Verantwortliche gaben zudem an, dass sie in Zukunft weiterhin in UC-Tools investieren möchten.

Cloud-basierte UCaaS-Lösungen bieten ein attraktives Abonnementmodell. Das kann die anfänglichen Kosten und die laufenden Wartungskosten erheblich senken. Während es gleichzeitig Skalierbarkeit und finanzielle Flexibilität ermöglicht.
Viele CFOs und CTOs müssen jedoch sicherstellen, dass sich bestehende UC-Investitionen auszahlen. Die Anbieter von klassischen PBX-Systemen haben leistungsstarke, funktionsreiche und langlebige UC-Lösungen entwickelt. Und viele Unternehmen haben vor 2020 in diese Systeme investiert. Diese Anlagen sind noch nicht vollständig abgeschrieben und erfordern nur eine minimale OpEx-Finanzierung.
Die Integration von Cloud-Funktionen in die bestehende Infrastruktur kann einen schrittweisen Übergang erleichtern, der die Benutzerakzeptanz vereinfacht und die finanziellen Belastungen mindert.
3. On-Premise UC hat weiterhin seine Berechtigung
Die umfangreiche Studie der Eastern Management Group's in 2024 ergab, dass die Hälfte der derzeit installierten UC-Systeme aus On-Premise PBX besteht.
Bestimmte Branchen haben besondere betriebliche und gesetzliche Anforderungen, die die Zuverlässigkeit und Sicherheit von On-Premise UC erfordern, z. B. Behörden, Energieversorger, Gesundheitswesen und Banken.
Strenge Anforderungen an Datenverfügbarkeit, Ausfallsicherheit und Kontrolle können durch UCaaS-Lösungen allein nicht ausreichend erfüllt werden.
Darüber hinaus sind viele ältere UC-Tools wie Alarmserver, analoge Faxgeräte, Pager, Gegensprechanlagen, DECT-Telefone usw. für diese Branchen unverzichtbar und können nicht ausschließlich durch Cloud-Lösungen unterstützt werden.
Trotz des schnellen und anhaltenden Wachstums von Cloud-UC werden On-Premise-PBX im Jahr 2024 schätzungsweise noch immer 40 % aller neu ausgelieferten UC-Systeme ausmachen.
In diesem Jahr haben wir jedoch zum ersten Mal ein echtes Interesse in diesen Branchen festgestellt, Teile ihres Geschäfts in die Cloud zu verlagern, während die On-Premise-UC für geschäftskritische Funktionen beibehalten wird.
Das am häufigsten diskutierte Anwendungsbeispiel in diesen Branchen für 2025 ist die Beibehaltung von On-Premise-Lösungen für Mitarbeitende, deren Anwesenheit vor Ort notwendig ist, während z. B. Büroangestellte auf hybride Sprachlösungen und Cloud-Kollaboration umsteigen.
4. Angleichung von UC- und UCaaS-Anbietern
Ein interessanter Trend im Markt 2024 ist, wie die ehemals starken Rivalen von UC und UCaaS zusammenarbeiten mussten, um wettbewerbsfähig zu bleiben Wir sehen dabei drei wesentliche Treiber:
- Die Dominanz von Microsoft Teams mit 320 Millionen monatlich aktiven Nutzern.
Der restliche UC/UCaaS-Marktes musste einen Weg finden, Teams zu integrieren, oder riskieren, große Marktanteile zu verlieren. Dies führte zu einem überwiegend hybriden Modell, bei dem Unternehmen ihr bestehendes Telefonsystem und den Anbieter beibehalten und MS Teams für die Zusammenarbeit nutzen. Die Anbieter entwickeln zudem maßgeschneiderte und native Apps innerhalb von Teams, um ihre Funktionen zu erweitern.
- Legacy UC-Anbieter mussten schnell Cloud-Dienste hinzufügen, um Kunden zu halten
Durch Partnerschaften mit UCaaS-Konkurrenten könnten sie ihren Kunden sofort Public-Cloud- und Hybrid-Optionen anbieten. Eine nahtlose Integration ermöglicht es, Kunden auf der eigenen Plattform zu halten und gleichzeitig eigene Hybrid-Funktionen entwickeln. Beispiele dafür sind Avaya und Mitel mit RingCentral und Zoom.
Cisco ist ein Beispiel für einen anderen Ansatz. Durch die Erweiterung seines hybriden Portfolios, sowohl On-Premise als auch Cloud-basiert, innerhalb der eigenen Webex-Plattform, konnte Cisco eine glaubwürdige Alternative zu MS Team anbieten.
- Der UCaaS-Markt reift und die Anbieter kämpfen um Differenzierung
Der UCaaS-Markt ist homogen geworden. Die Anbieter suchen nach Möglichkeiten, ihren Plattformen mehr Mehrwert zu verleihen, um einem Preiskampf zu entgehen. Durch Partnerschaften mit Legacy UC-Anbietern erhalten sie Zugang erschließen sie neue Marktsegmente und positionieren sich als zukünftige UCaaS-Alternative zu MS Teams.
Takeaway: Für den Kunden bedeutet dies, dass der Markt zunehmend bessere und stärker integrierte Hybrid-Lösungen anbietet. Entscheidungsträger können zwischen einer einheitlichen Plattform oder einer Kombination aus integrierten Lösungen wählen, die ihren spezifischen betrieblichen und finanziellen Anforderungen entsprechen.
Hauptakteure auf dem Hybrid UC-Markt
Die führenden UC/UCaaS-Anbieter bieten mittlerweile alle Hybrid-UC-Lösungen an:

5. Ein neuer Treiber: Generative KI
KI wird schon seit vielen Jahren in UC-Produkten eingesetzt. Der große Wandel kam jedoch mit dem Aufkommen der Generativen KI, einem Teilbereich der KI, der sich auf die Erstellung neuer Inhalte auf Grundlage erlernter Daten konzentriert.
UC/UCaaS-Systeme, als Verbindung zwischen Kommunikationskanälen und Sammler großer Datenmengen, sind frühzeitig in den Fokus für Anwendungsfälle und Tools für KI gerückt. Microsoft mit Copilot und Cisco, Zoom mit ihren KI-Assistenten, sind in diesem Bereich führend.
Diese Tools sind Cloud-basiert, und den Wert dieser Tools zu maximieren, muss die zugrunde liegende Datenbasis zunächst in der Cloud verfügbar und KI-bereit sein. Neben der Datenbereitschaft gibt es jedoch auch Herausforderungen in Bezug auf Datenschutz, Sicherheitsanforderungen, Compliance und Integrationsmöglichkeiten. Trotz der Versprechungen mancher Anbieter ist dies kein einfacher und schneller Prozess!
Bei Damovo hören wir von Führungskräften unserer Kunden zwei fast universelle Sorgen:
"Ich weiß, dass ich etwas mit KI machen sollte, aber ich weiß nicht, wo ich anfangen soll und wie viele Ressourcen ich brauche!“
„Der Return on Investment und das Risiko-Nutzen-Verhältnis sind für mich noch nicht klar.“
Eine 2024 durchgeführte globale Umfrage von McKinsey 2024 ergab, dass der Reifegrad von Organisationen in Bezug auf generative KI auffallend niedrig ist. In der Umfrage gaben nur 13 % der befragten Unternehmen an, mehrere Anwendungsfälle implementiert zu haben, eine Gruppe, die als „Early Adopter“ bezeichnet wird. Die Mitarbeitenden nutzen GenAI, aber die Unternehmen sind langsamer bei der Einführung.
Viele Entscheidungsträger suchen daher nach einer risikoarmen, kostengünstigen Möglichkeit, diese neue Technologie zu testen. Ein hybrides Modell kann eine sichere und kontrollierte Erprobung ermöglichen. Sensible Daten werden geschützt, und Unternehmen können die KI-Bereitschaft über einen Teilbereich der Cloud-Umgebung vorbereiten.
Fazit
Es gibt zahlreiche Faktoren, die Unternehmen zur Einführung von Hybrid-UC bewegen, und dieses Modell ist zweifellos die bevorzugte Wahl für die nahe Zukunft.
Für IT-Führungskräfte und CXOs geht es nicht mehr um die Entscheidung zwischen On-Premise und Cloud. Unabhängig von Branche oder Geschäftsbereich ist das hybride Modell oft das kosteneffizienteste und flexibelste Modell. Die gute Nachricht ist, dass der Anbietermarkt und die neueste Technologie sich stetig weiterentwickeln, um dieser Nachfrage gerecht zu werden.